Räume

_DSC0036-1

Wohnraum, Aufenthaltsraum, Sozialraum, Lebensraum, Weltraum, Erfahrungsraum, Sprachraum, Hörraum, Abstellraum, Schutzraum, Nebenraum, Hauptraum, Bauraum, Stauraum, Laderaum, Wirtschaftsraum, Strafraum, Freiraum, Wohnungsraum, Raucherraum, Nichtraucherraum, usw.

 

Wenn der österreichische Schriftsteller Peter Waterhouse schreibt: „Wer erstickt wo wir atmen?“ beschreibt er damit das Dilemma jeder räumlichen Erfahrung: Sie ist gebunden an die Handlungen, Unterlassungen, Erwartungen, Sichtweisen, aber auch die physiologischen Voraussetzungen, die diejenigen mitbringen, die den Raum „betreten“. Dem einen erscheint der Raum als Sarg, als Gefängnis, dem nächsten als Schutzort, an dem ihm die Außenwelt nichts anhaben kann. Für die nächste ist er Initial für noch unbekannte, unendliche Möglichkeiten, überbordende Kreativität. Wer auf diese, eher metaphorische als physikalisch-naturwissenschaftliche Art von Räumen spricht, muss also vor allem von dem sprechen, was sie begrenzt. Räume sind nichts für sich oder an sich, sondern nur in Differenz, in Abgrenzung zu etwas anderem.

 

Die Räume, von denen Andreas Browa und Christian Koch in der zweiten Auflage ihres theatralen Live-Talks „Workshop“ sprechen wollen, sind dennoch alles andere als imaginär: Begonnen mit dem „Workshop“ im NEULAND, also der Werkstatt, in der sich ihre Gedankenarbeit vor Publikum ja entfaltet, über reale Räume für Kunst und Kultur, akustische Räume, soziale Räume bis hin zu den ominösen „Erfahrungsräumen“ nehmen sie den Begriff in den Blick. Dabei wollen sie im Dialog mit sich und dem Publikum der traditionellen Unschärfe des Begriffs entgegnen und eine Antwort auf Fragen finden wie:

 

Wieviel Raum brauche ich?

Welchen Raum brauche ich?

Ist Raum überhaupt brauchbar/zu gebrauchen?

Ohne Raum keine Zeit und umgekehrt?

Grenzen auf – Raum weg?

usw. – ck