WORKSHOP #8: WANDEL

22.Juni, 20 Uhr

Eintritt Frei

 

Zum schon 8. Mal laden Andreas Browa und Christian Koch zu ihrem Workshop. Zu Gast ist diesmal Barbara Jessel, Unternehmerin, Politikerin, Mitglieds des Rats der Stadt Bochum (Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen).

Wandel

wandel


Mit dem Begriff der Revolution ist seit Kopernikus die verlässliche und gleichmäßige Bewegung der Himmelskörper um die Sonne gemeint. Auch das englische "to revolve" bedeutet zunächst "sich drehen“, "rotieren", aber auch "sich erneuern". Schon in der Etymologie des Worts stecken zwei einander widersprechende Ideen von geschichtlicher Entwicklung: Ist die Bewegung der Geschicke des Menschen in der Zeit auf ein endgültiges Ziel hin gerichtet (etwa das Paradies oder den Kommunismus), oder beschreibt sie eine Rotationsbewegung, wiederholt sie also zyklisch das immer Gleiche? Friedrich Nietzsche führte 1882 den Gedanken von der "Ewigen Wiederkunft" ein, der die radikale Wiederholung aller Geschichte meinte, jenseits von Analogien und Verwandtschaften. Die andere große Geschichtstheorie des 19. Jahrhunderts, der Marxismus, deutete hingegen die Geschichte als dialektischen Kampf der Klassen mit dem Ziel des Kommunismus. Marx prägte dafür den Begriff der „permanenten Revolution“ und man erkennt schnell, dass ihre intrinsische Kritik herrschender Verhältnisse der Nietzscheanischen Moral von der Überprüfung der eigenen Handlungen im Blick auf ihre ewige Wiederkunft überraschend ähnlich ist. Miteinander in Beziehung setzt beide Denkfiguren Gilles Deleuze, bei dem die Wiederholung (oder ewige Wiederkunft) die „doppelte Verdammung von Gewohnheit und Gedächtnis“ und so „Denken der Zukunft“ wird. Das „Revolutionäre“ am Gedanken der Wiederholung ist die Einbeziehung des Vergessens in den Prozess der Erinnerung selbst, das so zur „positiven Macht“ wird.

WORKSHOP ein theatraler Live-Talk

am 24. Februar

20:00 

mit Talkgast

 

DRUCK

 

 

Unter Druck

 

Ein erster Schritt war notwendig, denn bekanntlich bewegt sich nicht viel, solange man sich nicht auf den Weg macht und die Dinge angeht. Nach 4 Work Shop Veranstaltungen im vergangenen Jahr mit beachtlicher Anteilnahme, geraten Christian Koch und Andreas Browa nun tatsächlich etwas unter Druck. Denn es ist klar, dass den eher lässigen Aufbruchsgesten in diesem Jahr eine klare Konzeption folgen muss, dass Außenansichten eingefordert und vorgestellt werden müssen. Aus diesem Grund muss der Januar-Termin am 27sten leider ausfallen. Neben wichtigen Strukturfragen ist dafür, ganz banal, ein jahreszeitüblicher Virus mitverantwortlich. Der Work Shop zum Thema „Druck“ verschiebt sich auf Mittwoch den 24. Februar. Wir bitten, den Ausfall zu entschuldigen und freuen uns auf ein Wiedersehen im Februar.

Nächstens mehr.

WORKSHOP – ein theatraler LIVE-Talk

Mittwoch

16. Dezember 2015 ab 20:00 Uhr

 

ERWARTUNGEN

Andreas Browa + Christian Koch

 

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Die Erwartungen der Anderen nicht zu erfüllen bedeutet eines nicht: sich auf seine eigene Stärke zu verlassen. Es heißt auch nicht notwendigerweise, dass man in Opposition zur Mehrheit, zum Common Sense oder zum „Mainstream“ steht. Es heißt vielmehr, in einen Raum des Unentschiedenen einzutreten, in dem weder die eigene Position, noch die der Anderen (deren Position ja sowohl aus der eigenen, als auch aus der Perspektive der Mitglieder dieser Gruppe, besonders unklar ist) noch verlässlich ist. Man begibt sich, indem man Erwartungen enttäuscht, untergräbt oder ignoriert, in ein Feld der Unschärfe, der Identitätsverwirrung, aus der man nur schwer wieder herausfindet. Wenn diese Unschärfe das Ergebnis eines Prozesses der Entfremdung von der Gemeinschaft darstellt, so ist sein Anfang nicht immer bewusste Entscheidung. Vielmehr scheint häufig der Zufall zu regieren, wenn Menschen sich von der Umwelt, die sie bestimmt, verabschieden. Wenn das geschieht, trägt nicht nur das Individuum die Konsequenzen. Auch die Gesellschaft muss die Unentschiedenheit, der sie sich im Angesicht der „Widerständigen“ ausgesetzt sieht, aushalten lernen. (ck)

In der vierten Ausgabe ihres Live-Talks widmen sich Andreas Browa und Christian Koch der Zukunftssüchtigkeit der Menschen: Ihren Erwartungen und Vorstellungen vom Glück, aber auch ihren Ängsten und dem "Dazwischen", das oftmals als Langeweile erfahren wird. Passend zur Weihnachtszeit haben sie viele Geschenke im Gepäck, die zwar nicht materiell, aber doch vielleicht ideell die Erwartungen ihrer Zuschauer erfüllen können.

Der Eintritt ist frei!

WORKSHOP – ein theatraler Live-Talk

25.11. ab 20:00 Uhr

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Schuld(en)

In dem Bewusstsein, dass die „fetten Jahre vorbei“ sind, leben wir spätestens seit der ersten Ölkrise 1973. Die leeren Autobahnen an Sonntagen waren die ersten wirkungsmächtigen Zeichen für die Folgen einer Ökonomie auf Pump. Dennoch machten die Industriestaaten munter weiter Schulden, vorrangig auf Kosten der Länder der bis vor kurzem so genannten „Dritten Welt“. Und so mussten sie dafür eine ausgeklügelte weltumspannende Verdrängungsstrategie entwickeln, die die Geldströme an denen vorbeilenkt, die eigentlich im Besitz der Ressourcen sind, die für „Wachstum und Wohlstand“ in der westlichen Zivilisation benötigt werden. Dies um die westlichen Gesellschaften in einen verschwenderischen Lebensstil einzulullen, der ihnen ermöglicht, die Entwicklung von Schuldgefühlen zu unterdrücken. Schulden, also Geldschulden, sind eine besondere Form von Schuld: sie sind verbunden mit einem System der Umverteilung von Werten, die keiner anderen Moral gehorchen als der Vermehrung. Während die vor der Entwicklung des Kapitalismus herrschenden ethischen Systeme die „Verschuldung“ mit der jeweils persönlichen Verantwortung des Schuldigen gegenüber dem „Schuldigern“ und umgekehrt verbunden hatte, löst das postkapitalistische Kreditsystem die Verantwortung in ein freies – und mörderisches – Flottieren der Geldströme auf, ganz unabhängig von den „Werten“, die sie einmal repräsentiert haben.

In der November-Ausgabe ihres Talks widmen sich Andreas Browa und Christian Koch passend zur „schweren“ Jahreszeit einer ernsten Sache und begeben sich auf einen Streifzug durch die Kultur des Schuldenmachens. Die Richtschnur gibt dabei, wie könnte es anders sein, Bert Brecht vor: „Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.“

WORKSHOP – Ein theatraler LIVE-Talk

Workshop Nr. 2 – Räume

Mittwoch, 21. Oktober 2015, 19:30, Neuland Bochum

 

In der zweiten Auflage ihres theatralen Live-Talks „Workshop“ wollen Andreas Browa und Christian Koch sich über und Räume unterhalten: Begonnen mit dem „Workshop“ im NEULAND, in dem alles stattfindet, also der Werkstatt, in der sich ihre Gedankenarbeit vor Publikum entfaltet, über reale Räume für Kunst und Kultur, akustische Räume, soziale Räume bis hin zu den ominösen „Erfahrungsräumen“ nehmen sie den Begriff in den Blick. Dabei wollen sie im Dialog mit sich und dem Publikum der traditionellen Unschärfe des Begriffs entgegnen und gleichzeitig Raum und Zeit schaffen für assoziatives Denken, plötzliche Einsichten und unverhoffte Begegnungen mit dem, vor dem wir uns in den eigenen vier Wände ja meist erfolgreich verstecken: dem Anderen.

 

Räume

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Wohnraum, Aufenthaltsraum, Sozialraum, Lebensraum, Weltraum, Erfahrungsraum, Sprachraum, Hörraum, Abstellraum, Schutzraum, Nebenraum, Hauptraum, Bauraum, Stauraum, Laderaum, Wirtschaftsraum, Strafraum, Freiraum, Wohnungsraum, Raucherraum, Nichtraucherraum, usw.

 

Wenn der österreichische Schriftsteller Peter Waterhouse schreibt: „Wer erstickt wo wir atmen?“ beschreibt er damit das Dilemma jeder räumlichen Erfahrung: Sie ist gebunden an die Handlungen, Unterlassungen, Erwartungen, Sichtweisen, aber auch die physiologischen Voraussetzungen, die diejenigen mitbringen, die den Raum „betreten“. Dem einen erscheint der Raum als Sarg, als Gefängnis, dem nächsten als Schutzort, an dem ihm die Außenwelt nichts anhaben kann. Für die nächste ist er Initial für noch unbekannte, unendliche Möglichkeiten, überbordende Kreativität. Wer auf diese, eher metaphorische als physikalisch-naturwissenschaftliche Art von Räumen spricht, muss also vor allem von dem sprechen, was sie begrenzt. Räume sind nichts für sich oder an sich, sondern nur in Differenz, in Abgrenzung zu etwas anderem.

 

Die Räume, von denen Andreas Browa und Christian Koch in der zweiten Auflage ihres theatralen Live-Talks „Workshop“ sprechen wollen, sind dennoch alles andere als imaginär: Begonnen mit dem „Workshop“ im NEULAND, also der Werkstatt, in der sich ihre Gedankenarbeit vor Publikum ja entfaltet, über reale Räume für Kunst und Kultur, akustische Räume, soziale Räume bis hin zu den ominösen „Erfahrungsräumen“ nehmen sie den Begriff in den Blick. Dabei wollen sie im Dialog mit sich und dem Publikum der traditionellen Unschärfe des Begriffs entgegnen und eine Antwort auf Fragen finden wie:

 

Wieviel Raum brauche ich?

Welchen Raum brauche ich?

Ist Raum überhaupt brauchbar/zu gebrauchen?

Ohne Raum keine Zeit und umgekehrt?

Grenzen auf – Raum weg?

usw. – ck

WORKSHOP – Ein theatraler LIVE-Talk

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren …
Morgen ab 19:30 der erste LIVE-TALK im NEULAND
mit ANDREAS BROWA und CHRISTIAN KOCH