Frühlingsbote

Während der Frühling in diesem Jahr bisher nur den einen oder anderen schmächtigen Boten vorschickt, lassen wir eine kleine Kuh fliegen:

Wir verabschieden uns von Mike Falk, der fast zwei Jahre lang im NEULAND die Küche geschmissen hat.

Dafür begrüßen wir Marc Solcany – wer sich noch erinnert: der letzte EBSTEINer. Marc wird nun künftig mit uns und für Euch den Herd rocken. Mit Erfahrung, Herz und einem Sack voll Hauptstadtimpressionen. Lieben Dank an Mike und willkommen Marc!

Wir freuen uns schon sehr auf Euer feedback und versprechen: Ihr dürft Euch freuen.

WORKSHOP ein theatraler Live-Talk

am 24. Februar

20:00 

mit Talkgast

 

DRUCK

 

 

Unter Druck

 

Ein erster Schritt war notwendig, denn bekanntlich bewegt sich nicht viel, solange man sich nicht auf den Weg macht und die Dinge angeht. Nach 4 Work Shop Veranstaltungen im vergangenen Jahr mit beachtlicher Anteilnahme, geraten Christian Koch und Andreas Browa nun tatsächlich etwas unter Druck. Denn es ist klar, dass den eher lässigen Aufbruchsgesten in diesem Jahr eine klare Konzeption folgen muss, dass Außenansichten eingefordert und vorgestellt werden müssen. Aus diesem Grund muss der Januar-Termin am 27sten leider ausfallen. Neben wichtigen Strukturfragen ist dafür, ganz banal, ein jahreszeitüblicher Virus mitverantwortlich. Der Work Shop zum Thema „Druck“ verschiebt sich auf Mittwoch den 24. Februar. Wir bitten, den Ausfall zu entschuldigen und freuen uns auf ein Wiedersehen im Februar.

Nächstens mehr.

Kultur Astra Pasta

KULTUR LOGO testzwecke2

Unsere Woche beginnt mit unserem Kultur-Astra-Pasta Dienstag, dabei kann man ausgewählte Lesungen, Screenings oder Akustik-Konzerte Live erleben. Das ganze ist besonders für Studenten geeignet, denn wir bieten an diesem Abend unser Astra und Pasta-Angebot zum kleinen Preis an. Das ganze ist ohne Eintritt, ihr müsst lediglich eure gute Laune mitbringen und Spaß auf Neues haben.


 

LESUNG

„Ein Tag Hagel und immer was zu essen da“

13219863_1768834566699091_1575119175_n

Ferdinand und Roland fahren mit einer Schrottkarre nach Rumänien, um dort 80 Tage mitten im Winter in einem 200-Häuser-Dorf über den jeweils anderen Tagebuch zu führen. Das Ergebnis dieser ungewöhnlichen Grenzerfahrung ist »Ein Tag Hagel und immer was zu essen da«. Neben den Tagebüchern der beiden enthält diese wunderbare Chronik einer Freundschaft auch Kurzgeschichten, Gedichte, quasi ethnologische Skizzen über die Karpaten und weitere, teils gemeinsam verfasste Texte ohne näheren Gattungsbegriff sowie einen furios gescheiterten Briefwechsel mit Prince Charles (ja, der mit den Segelohren). Dieses Buch präsentiert der erstaunten Leserschaft zwei Anti-Phileas-Foggs, die uns das Herz erweichen und uns gleichzeitig glücklich darüber sein lassen, nicht sie zu sein.

"Ferdinand schimpft auf seinen Ofen ein. »Geh an, du scheiß Ding, mach es richtig schön warm, du hässliches Ding!« Die beiden Fensterscheiben in seinem Zimmer sind von innen gefroren. Seit heute gibt es kein heißes Wasser mehr, auch kein warmes. Es kommt nur noch eiskaltes Wasser. Am Hahn in der Sommerküche, wo sich auch der Boiler befindet, hängt ein Eiszapfen. Ferdinand hält seinen nackten Fuß vor den brennenden Ofen, der Fuß ist ihm über Nacht eingefroren. »Schlimmer Eisfuß«, klagt er, »fühlt sich scheußlich an … Was meinst du, vielleicht können wir ein Stück vom Haus anzünden und das Feuer so konstant halten? Irgendwie muss man den Raum doch warm bekommen!«
»Boah!«, platzt es aus ihm heraus, »Scheiß Rumänien! Hast du gewusst, dass es hier so kalt wird?«

Ferdinand Führer (* 1982) und Roland van Oystern (* 1984) spielen seit über zehn Jahren gemeinsam in Bands, betreiben ein Indielabel und schreiben Artikel und Kurzgeschichten für Musik- und Literaturzeitschriften. 2014 waren sie mit ihrem ersten Schreibprojekt »Das Homestory Magazin« auf Lesetour durch Deutschland und erhielten für das Magazin den Rocco-Clein-Preis für Musikjournalismus. Das Magazin ist mittlerweile auch als Hörbuch bei Audiolith erschienen. Die beiden leben in Süddeutschland.

EINTRITT FREI

WORKSHOP – ein theatraler LIVE-Talk

Mittwoch

16. Dezember 2015 ab 20:00 Uhr

 

ERWARTUNGEN

Andreas Browa + Christian Koch

 

_DSC0040-1

 

Die Erwartungen der Anderen nicht zu erfüllen bedeutet eines nicht: sich auf seine eigene Stärke zu verlassen. Es heißt auch nicht notwendigerweise, dass man in Opposition zur Mehrheit, zum Common Sense oder zum „Mainstream“ steht. Es heißt vielmehr, in einen Raum des Unentschiedenen einzutreten, in dem weder die eigene Position, noch die der Anderen (deren Position ja sowohl aus der eigenen, als auch aus der Perspektive der Mitglieder dieser Gruppe, besonders unklar ist) noch verlässlich ist. Man begibt sich, indem man Erwartungen enttäuscht, untergräbt oder ignoriert, in ein Feld der Unschärfe, der Identitätsverwirrung, aus der man nur schwer wieder herausfindet. Wenn diese Unschärfe das Ergebnis eines Prozesses der Entfremdung von der Gemeinschaft darstellt, so ist sein Anfang nicht immer bewusste Entscheidung. Vielmehr scheint häufig der Zufall zu regieren, wenn Menschen sich von der Umwelt, die sie bestimmt, verabschieden. Wenn das geschieht, trägt nicht nur das Individuum die Konsequenzen. Auch die Gesellschaft muss die Unentschiedenheit, der sie sich im Angesicht der „Widerständigen“ ausgesetzt sieht, aushalten lernen. (ck)

In der vierten Ausgabe ihres Live-Talks widmen sich Andreas Browa und Christian Koch der Zukunftssüchtigkeit der Menschen: Ihren Erwartungen und Vorstellungen vom Glück, aber auch ihren Ängsten und dem "Dazwischen", das oftmals als Langeweile erfahren wird. Passend zur Weihnachtszeit haben sie viele Geschenke im Gepäck, die zwar nicht materiell, aber doch vielleicht ideell die Erwartungen ihrer Zuschauer erfüllen können.

Der Eintritt ist frei!

Blitzgeschichten Kalender 2016

Wir sind auch mit drinnen.

share

Advent Advent ein Lichtlein brennt … naja nicht ganz aber auf jeden Fall genauso gut, wenn nicht sogar besser. Denn jedes "Monatstürchen" erzählt eine eigene Geschichte. Und fast alle so dicht, dass es sich garantiert lohnt, mit unterschiedlichen Stimmungen aus verschiedenen Perspektiven immer wieder mal einen Blick darauf zu werfen.

Der lang ersehnte Kalender 2016 von den Blitzgeschichten ist endlich da. Also wer mag und auf toll erzählte Geschichten über Opel und dem Ruhrpott steht. Kommt flux vorbei und holt sich einen bei uns ab.

 

www.blitzgeschichten.de/

WORKSHOP – ein theatraler Live-Talk

25.11. ab 20:00 Uhr

_DSC0036-1

Schuld(en)

In dem Bewusstsein, dass die „fetten Jahre vorbei“ sind, leben wir spätestens seit der ersten Ölkrise 1973. Die leeren Autobahnen an Sonntagen waren die ersten wirkungsmächtigen Zeichen für die Folgen einer Ökonomie auf Pump. Dennoch machten die Industriestaaten munter weiter Schulden, vorrangig auf Kosten der Länder der bis vor kurzem so genannten „Dritten Welt“. Und so mussten sie dafür eine ausgeklügelte weltumspannende Verdrängungsstrategie entwickeln, die die Geldströme an denen vorbeilenkt, die eigentlich im Besitz der Ressourcen sind, die für „Wachstum und Wohlstand“ in der westlichen Zivilisation benötigt werden. Dies um die westlichen Gesellschaften in einen verschwenderischen Lebensstil einzulullen, der ihnen ermöglicht, die Entwicklung von Schuldgefühlen zu unterdrücken. Schulden, also Geldschulden, sind eine besondere Form von Schuld: sie sind verbunden mit einem System der Umverteilung von Werten, die keiner anderen Moral gehorchen als der Vermehrung. Während die vor der Entwicklung des Kapitalismus herrschenden ethischen Systeme die „Verschuldung“ mit der jeweils persönlichen Verantwortung des Schuldigen gegenüber dem „Schuldigern“ und umgekehrt verbunden hatte, löst das postkapitalistische Kreditsystem die Verantwortung in ein freies – und mörderisches – Flottieren der Geldströme auf, ganz unabhängig von den „Werten“, die sie einmal repräsentiert haben.

In der November-Ausgabe ihres Talks widmen sich Andreas Browa und Christian Koch passend zur „schweren“ Jahreszeit einer ernsten Sache und begeben sich auf einen Streifzug durch die Kultur des Schuldenmachens. Die Richtschnur gibt dabei, wie könnte es anders sein, Bert Brecht vor: „Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.“

BAR BISTRO STADTZIMMER